Dauerausstellung Rafael Alberti:
Ein Jahrhundert lebendigen Schaffens

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         1998 kam das spanische Königspaar, Juan Carlos und Sophia, nach El Puerto de Santa María, um die Dauerausstellung Rafael Alberti: Un Siglo de creación viva (Rafael Alberti: Ein Jahrhundert lebendigen Schaffens) zu eröffnen. Diese Ausstellung, die sich im gesamten unteren Stockwerk befindet, wird täglich von Menschen aus aller Welt besucht. In den Räumen ist auf umfangreichen Schautafeln die Biographie des Dichters chronologisch in einer interessanten Zeitreise dargestellt. Auf Fotos und Zeichnungen spiegelt sich das legendäre Leben Rafael Albertis, sein Werk als Schriftsteller und Maler, seine politische Einstellung, die 39 Exijlahre in Frankreich, Argentinien und Italien in detaillegetreuer Genauigkeit wider. Von seinem ersten Gedichtsband Marinero en tierra (Seemann an Land, 1924), bis zu Canciones para Altair (Lieder für Altair, 1989) und dem dritten Band seiner Memoiren, der La arboleda perdida (Der verlorene Hain, 1996) abschliesst, ist das Werk Albertis ein aussergewöhnliches Beispiel für ein intensives Leben, das sich mit Begeisterung dem künstlerischen Schaffen verschrieben hat.

         Das legendäre Leben Rafael Albertis spiegelt sich in seinem umfangreichen Lebenswerk wider: es erweist sich als fast unmöglich, ein Werk von ihm zu finden, das nicht mit seinem Leben verbunden ist, so dass er als der am meisten autobiographische Dichter unter den Schriftstellern seiner Generation gelten kann. Nicht durch Zufall ist er in El Puerto de Santa María, gelegen in der Bucht von Cádiz – der ältesten Stadt am westlichen Rande Europas – geboren worden, denn sie hat in seinem Leben und Werk für immer unauslöschliche Spuren hinterlassen.

         Die Dauerausstellung Rafael Alberti: Ein Jahrhundert lebendigen Schaffens ist in ihrem gesamten Verlauf von einem konstanten Leuchten von Farben und Helligkeit geprägt, in der sich die beeindruckende Persönlichkeit Albertis und seine Schaffenskraft mit einer Stärke und Intensivität, wie es seinem überschwenglichen Charakter entspricht, durch Zeichnungen, handschriftliche Gedichte und “liriografias” (lyrische Grafiken) manifestieren. Ausserdem enthalten eine Reihe von Schaukästen die Dokumente, Auszeichnungen und Briefe sowie die in verschiedene Sprachen übersetzten Bücher Rafael Albertis, welche die Wirkung seines literarischen und künstlerischen Werkes verstärken. Zahlreiche Fotos des Dichters, die sich auf den Schautafeln befinden, erinnern uns an die verschiedenen Augenblicke seines privaten und öffentlichen Lebens, an seine Familie und Freunde, an die bekanntesten Persönlichkeiten des Jahrhunderts, und an seine unzähligen Reisen in der ganzen Welt.

         Als die Stadtverwaltung von El Puerto de Santa María 1999 erkannte, dass die Stiftung Rafael Alberti in der Bucht von Cádiz eine der wichtigsten Kulturstätten des Landes ist, erwarb sie das Nachbarhaus, damit die Ausstellung erweitert werden konnte. Das Kulturministerium Spaniens, das Kulturministerium Andalusiens, der Provinzrat von Cádiz und die Stadtverwaltung von El Puerto de Santa María engagierten sich gemeinsam in diesem Projekt, und setzten es auf beeindruckende Weise in die Realität um. Am 16. Dezember 2002, zum Gedenken an den 100. Geburtstag von Rafael Alberti, wurde der neue Abschnitt der Stiftung eingeweiht, so dass deren Bestände auch in den durch eine Bibliothek, einen Medienraum sowie einen Konferenzsaal erweiterterten Ausstellungsräumen gezeigt werden können. Während dieser Hundertjahrfeier wurde auch zum ersten Mal das Gesamtwerk des weltbekannten Dichters veröffentlicht. Dies alles wurde Realität, damit der innigste Wunsch Rafael Albertis – la ilusionada y tal vez vana esperanza de que el paso del tiempo no borre mis huellas de tantos caminos recorridos (die trügerische und wohl auch eitle Hoffnung, dass der Lauf der Zeit meine Spuren nicht verwischen möge, die ich auf so vielen Wegen hinterlassen habe), wie er in seinen Memoiren formulierte – mit einer Grösse und Würde in Erfüllung gehen kann, wie es seinem weltbekannten Name gebührt.
 

        

Untergeschoss

Tafeln

"1902-17"

Kinder- und Jugendjahre im Puerto de Santa María

"1917-30"

Umzug der Familie Alberti-Merello nach Madrid. Sehnsucht nach der Meereslandschaft von El Puerto de Santa María. Erste intensive Hinwendung zur Malerei. Einzug in das madrider Studentenhaus. Er erhält den spanischen Nationalpreis für Literatur. Freundschaft mit einer Gruppe von Dichtern, die später als die “Generation von 27” Berühmtheit erlangen sollte.

"1931-39"

Republik und Bürgerkrieg. Soziale und politische Hinwendung zum Kommunismus.

"1939-77"

Im Exil: Frankreich, Argentinien und Italien. Heimweh nach Spanien und Konzentration auf die Literatur, später wieder Rückbesinnung auf die Malerei. Er erhält den internationalen Lenin-Friedenspreis.

"1977-98"

Rückkehr nach Spanien. Abgeordneter der Kommunistischen Partei Spaniens (PCE) von Cádiz im ersten demokratisch gewählten Parlament. Aktive politische Teilnahme als “Dichter der Strasse”. Spanischer Nationalpreis für Theater und Cervantes-Preis. Er lässt sich in El Puerto de Santa María nieder.

Erster Stock

 


Medienraum
Im ersten Stock befindet sich der Medienraum, in dem die Besucher ein Video über den Dichter aus verschieden Augenblicken seines langen Lebens sehen, und gleichzeitig seine Stimme hören können.

Raum “María Teresa León”
Dieser Raum ist der Schriftstellerin und ersten Frau Rafael Albertis, María Teresa León, gewidmet, die 50 Jahre lang das Leben des Dichters geteilt hat. Neben Fotografien und verschiedenen Dokumenten sind dort auch ihr intensives literarisches Schaffen, ihre politischen Aktivitäten, sowie ihr glückliches Leben an der Seite des Dichters nachzuverfolgen.

Bibliothek
In der Bibliothek befinden sich über 7 000 Bücher, die zum Teil aus der bereits erwähnten Schenkung Rafael Albertis und seiner Frau María Teresa León an die Stadt El Puerto de Santa María stammen. Dieser Bestand befand sich in deren Haus in Rom, und enthält eine grosse Auswahl an literarischen Gattungen, darunter wertvolle Erstausgaben und Exemplare, die dem Dichter von den wichtigsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts gewidmet wurden.




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